Tauchplätze im Roten Meer
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Abu Nuhas / Carnatic
Übersicht
Der Dampfsegler Carnatic lief am 8. Dezember 1862 in Poplar, England, für die berühmte britische Reederei P&O Company vom Stapel. Der Name stammt aus einer Region in Indien. Der 98 m lange und 13 m breite Dampfsegler zeigte in seinen Linien die klassische Schönheit der Segelschiffe seiner Zeit. Trotz ihrer Dampfmaschine führte die Carnatic noch zwei Masten für Hilfsbesegelung. Die Reederei setzte das Schiff im Liniendienst zwischen Großbritannien und Indien ein.
Beschreibung
Die Carnatic, auf einer Reise von Liverpool nach Bombay mit 27 Besatzungsmitgliedern, 203 Passagieren und einer Ladung aus Baumwolle, Kupferplatten und 40.000 Pfund Sterling in Gold, lief in der Nacht des 13. September 1869 auf dem Riff Shab Abu Nuhas auf Grund. Das Schiff blieb zunächst auf dem Riff liegen, brach aber trotz verschiedener Rettungsversuche am 15. September auseinander und sank.
Übermut hinsichtlich der Stabilität des Schiffes wirkte sich katastrophal aus. Da die Carnatic nicht geräumt worden war und sich Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord befanden, riss das Schiff 27 Menschen mit in die Tiefe. Die Überlebenden retteten sich zunächst auf die Insel Shadwan und wurden später von der Sumatra geborgen.
Im Oktober 1869 barg ein Helmtaucher den größten Teil der Goldladung sowie 700 Kupferplatten. Auch mehrere Leichen wurden entdeckt - ein Opfer steckte noch in einem Bullauge, durch das er versucht hatte, erfolglos zu entkommen. 8.000 Pfund Sterling könnten sich noch im Wrack befinden. Niemand hat sie bisher gefunden - vielleicht wurden sie heimlich geborgen oder verschwanden unter Korallen.
Das Wrack wurde 1984 wiederentdeckt und ist seitdem ein beliebtes Ziel für Tauchboote aus Hurghada. Seitdem haben Souvenirjäger es gründlich geplündert. Die Carnatic liegt auf der Seite am Fuß des Riffs in einer Tiefe von 20 bis 27 Metern. In der Mitte ist das Schiff stark beschädigt, Bug und Heck sind gut erhalten. Die Holzdecks sind verrottet, sodass man das Innere sicher betreten kann. Der Rumpf ist dicht mit Stein- und Lederkorallen bedeckt.
Hotspots
- Das Heck ist besonders schön, mit dem für frühe Dampfschiffe typischen Propeller mit seinen langen schmalen Blättern und einer Heckgalerie aus großen Fenstern, die an ein Segelschiff aus dem 18. Jahrhundert erinnert. Auffällig ist auch der weit ausladende Bug, dick mit Steinkorallen überkrustet. Es fällt schwer, sich davon loszureißen, zwischen den dick bewachsenen Decksbalken und den tieferen, dunkleren Winkeln des Schiffes herumzustöbern, wo das blaue Licht des Meeres durch Luken und Löcher einsickert.
- In entlegeneren Ecken findet man sogar noch ein paar Flaschen, die noch nicht von Souvenirjägern geplündert wurden....
- Die Carnatic ist als frühes Dampfschiff nicht nur ein technisches Denkmal, sondern mit ihrer trotz aller Schäden klar hervortretenden Schönheit eines der beeindruckendsten Wracks nicht nur des Roten Meeres, sondern überhaupt.