Tauchplätze im Roten Meer
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Wingate Reef mit Umbria
Übersicht
Wingate Reef liegt in der Hafeneinfahrt von Port Sudan. Bekannt wurde es durch Hans Hass, der dort 1948 an der gesunkenen "Umbria" tauchte.
Beschreibung
Trotz der gefährlichen Situation in der Hafeneinfahrt von Port Sudan wird die "Umbria" nicht geborgen. Um das Wrack, von dem einige Davits noch aus dem Wasser ragen, wird eine Sperrzone eingerichtet und es dann sich selbst überlassen.
Neun Jahre nach ihrem Sinken weckt die "Umbria" das Interesse des damals 30-jährigen Hans Hass. Seine Kontakte zum Gouverneur von Port Sudan ermöglichen es ihm schließlich, an der "Umbria" zu tauchen.
Sein Foto- und Filmmaterial trug wesentlich zum Mythos des Wracks bei. Inzwischen ist die "Umbria" eines der berühmtesten Wracks im Roten Meer.
In Sichtweite von Port Sudan gelegen, markiert sie meist den Anfang oder das Ende einer Tauchsafari. Auch wenn die Sammelwut mancher Taucher hier ihre Spuren hinterlassen hat, hat die alte Dame mit der explosiven Fracht nichts von ihrem Charme verloren. Die Untergangsstelle lässt sich leicht an den vier Davits identifizieren, die an der Steuerbordseite aus dem Wasser ragen. Der sedimentreiche Boden, die unmittelbare Lage zur Hafeneinfahrt und die geringen Strömungen tragen oft zu reduzierter Sicht bei.
Das Wrack liegt in einem Winkel von 75° auf der Backbordseite. Die drei vorderen Laderäume schließen sich an den intakten Bug an. Mittschiffs befinden sich die Mannschaftsquartiere und die Brücke. Zum Heck hin folgen zwei weitere Laderäume und das Achterdeck. Sowohl die Laderäume als auch die Aufbauten mittschiffs können bequem erkundet werden.
Aufgrund der extremen Schräglage und der gefährlichen Ladung ist jedoch beim Berühren von Gegenständen äußerste Vorsicht geboten. Wenn man sich dem Bug der "Umbria" vom offenen Wasser her nähert, hebt sich der steil aufragende Bug mit dem Flaggenmast mystisch im grünlichen Wasser ab.
Die zwei Ankerketten verlaufen zum Boden, da die "Umbria" beim Sinken vor Anker lag. Die Ankerwinde und das Geländer sind mit Korallen bewachsen.
Einige der Deckbeplankungen sind noch in überraschend gutem Zustand. Die kleinen Ladeluken sind ein Hinweis auf das Alter des Schiffes. Der erste Laderaum, der vom Vordeck aus zugänglich ist, enthält die allgegenwärtige Munition, Holzkisten, elektrische Ausrüstung und Flugzeugreifen. Der zweite, etwas größere Laderaum enthält Bomben, Granaten und Stielhandgranaten. Die Zünder, die getrennt von den Sprengstoffen gelagert sind, liegen in fast jedem Laderaum verstreut. Der dritte Laderaum ist einer der meistbesuchten.
Neben Zementsäcken und anderem Baumaterial finden sich hier Weinflaschen und Marmeladengläser.
Durch einen schmalen Durchgang an der Backbord- oder Steuerbordseite führt die erste Ladeebene zum Mittschiffsbereich, wo drei Fahrzeuge geparkt sind.
Die Fiat 1100 Lunga wurden speziell für den Geländeeinsatz in den italienischen Kolonien entwickelt. Leider haben mehrere Taucher bereits ihre Spuren an den Fahrzeugen hinterlassen. Das feine Sediment lässt die Sicht nach nur kurzer Zeit auf Null sinken, daher sollte dieser Teil des Schiffes nach Möglichkeit in kleinen Gruppen in längeren Abständen besucht werden. Der Mittelteil mit der Brücke und ihren Aufbauten kann leicht schnorchelnd erkundet werden. An der Steuerbordseite ragen 4 leere Davits aus dem Wasser. Auf dieser Seite befindet sich auch ein einzelnes Badezimmer mit Toilette, Badewanne und einem Emaille-Waschbecken.
Der massive Maschinenraum ist entweder über eines der offenen Oberlichter hinter dem Schornstein oder über die von achtern zugängliche Werkstatt zu erreichen. Der mehrstöckige Raum ist in den oberen Abschnitten leicht zu betauchen, während die unteren erfahrenen Tauchern vorbehalten sind.
Gitter säumen die zahlreichen Aggregate. Auf dem Meeresboden in Richtung Backbordseite der Aufbauten liegen Windschaufeln, Ladebäume, der abgebrochene Schornstein und ein Rettungsboot. Zum Heck hin schließen sich zwei weitere Laderäume an. Sie sind teilweise von den herabgefallenen Ladebäumen bedeckt. Wie in den vorderen Laderäumen findet sich auch hier Munition, Baumaterial und diverses Kriegsmaterial. Die einstöckigen Aufbauten zwischen dem vierten und fünften Laderaum beherbergen die Kombüse und einige Vorratsräume. Das Heck ist mittlerweile ohne Beplankung. Die rote Weichkoralle am Geländer sowie die Deckstreben sorgen für die nötige Farbe. Das Rudergetriebe und die freiliegende Ruderkette sind deutlich sichtbar. Unterhalb des Geländers beeindrucken das riesige Ruderblatt und der Steuerbordpropeller. Der Backbordpropeller ist im Boden versunken. Unterhalb des Ruderblatts befindet sich eine riesige künstliche Höhle, die nur durch zwei Ausgänge verlassen werden kann. Die Dämmerung trägt zu einer mystischen Atmosphäre bei..
Hotspots
- Die Nachttauchgänge an der Umbria sind wunderschön und sehr zu empfehlen.